Buchpremiere “Vermisst·verletzt·zerfetzt”

Am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, um 18:00 Uhr lädt die Buchhandlung Heymann in der Marktplatz Galerie Bramfeld zur Premiere eines Buches ein, das Bramfeld im Kern berührt: „Vermisst · verletzt · zerfetzt. Die toten ‚Helden‘ des Ersten Weltkriegs aus Bramfeld, Steilshoop und Wellingsbüttel“. Die Teilnahme ist kostenlos, wegen der begrenzten Plätze ist jedoch eine Anmeldung bei Heymann unter 040 / 641 43 42 erforderlich.

Buchtitel “Vermisst, verletzt, zerfetzt” © Gudrun Wohlrab

Autorin ist Gudrun Wohlrab, Leiterin der Geschichtswerkstatt Stadtteilarchiv Bramfeld. Fünf Jahre lang hat sie recherchiert: in Familiennachlässen und Regimentschroniken, aber auch auf Reisen in ehemalige Frontgebiete. Entstanden ist ein reich bebildertes Sachbuch mit 192 Seiten und rund 420 Abbildungen. Es erzählt von konkreten Biografien und macht so das grausame Sterben im Krieg und das Leid der Hinterbliebenen greifbar. Im Mittelpunkt des Abends stehen ihre persönliche Motivation, überraschende Entdeckungen und die Hürden der Forschungsarbeit, dazu viele Bilder.

Das Buch erscheint zeitgleich mit der Fertigstellung des Gegendenkmals zum örtlichen Kriegerdenkmal. Dass dieses bislang unkommentiert geblieben ist, ändert sich nun. Die Bramfelder SPD begrüßt das: Erinnerungskultur heißt, Geschichte einzuordnen, statt sie nur zu bewahren. Angesichts gegenwärtiger Krisen hat das Thema leider eine erschreckende Aktualität. Das Geleitwort stammt von SPD-Kultursenator Dr. Carsten Brosda.

Baustart für die Kommentierung des Kriegerdenkmals

Ein langjähriges Anliegen vieler Bramfelderinnen und Bramfelder geht nun endlich in die Umsetzung: Die Neugestaltung des Vorplatzes am Kriegerdenkmal nahe dem Alten Teich beginnt. Das in den 1930er-Jahren während der NS-Zeit errichtete Denkmal, das aufgrund seiner kriegsverherrlichenden Darstellung seit langem in der Kritik steht, erhält eine moderne und kritische Einordnung.

Das Herzstück der Umgestaltung nach dem Entwurf der Künstlerin Alke de Luise bildet eine neue, barrierefreie Platzfläche mit Sitzmöglichkeiten sowie ein Feld aus aufrecht stehenden, verkohlten Holzstelen. Diese sollen als bewusster Kontrast zum martialischen Charakter des alten Denkmals fungieren und einen Ort des Nachdenkens und der Völkerverständigung schaffen. Durch Informationstafeln wird das historische Denkmal zudem fachgerecht eingeordnet.

2021 auf dem Weg gebracht durch die rot-grünen Bürgerschaftsfraktionen (vlnr: Regina Jäck, Andreas Ernst, Lars Pochnicht)

Die Bauarbeiten sollen bereits die kommenden Wochen beginnen. Für die gesamte Maßnahme ist eine Bauzeit von etwa vier bis fünf Monaten veranschlagt, sodass mit einer Fertigstellung im Spätsommer 2026 zu rechnen ist. Während der Bauphase kann es im Bereich der Grünanlage am Alten Teich zu temporären Wegesperrungen kommen, da Teile der Wege als Baustellenzufahrt genutzt werden.